Tag 16

Heute stand die Tour von Geiranger über den Trollstigen nach Åndalsnes auf dem Programm. Damit fuhren wir heute nach zweieinhalb Wochen zum letzten Mal in nördliche Richtung. Ebenso fand die letzte Fjordüberquerung von Eisdal nach Linge statt.
Wie bereits gestern erwähnt, klingelte der Wecker heute Morgen um 7 Uhr, da die Ankunft der Norwegian Prima gegen 8 Uhr im Netz angekündigt wurde, deren Einlaufen ich festhalten wollte. Beim Herunterlassen des Sichtschutzes der Frontscheibe musste ich leider feststellen, dass sich der Kutter leise in den Fjord geschlichen hatte und kurz vor dem Festmachen war.

Das frühe Aufstehen hatte aber auch den Vorteil, dass wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zum Ørnesvingen, dem Aussichtspunkt oberhalb von Geiranger, machen konnten. Von hier hat man nicht nur eine fantastische Sicht auf den hinteren Zeil des Geirangers sondern auch einen entfernten Blick auf die sieben Schwestern.
Da schon 2 Busse ihre Passagiere zum Ausblick gebracht hatten, herrschte der entsprechende Andrang am Aussichtspunkt. 

Dafür war es anschließend auf der Weiterfahrt nach Eisdal entspannter. Nur wenige Fahrzeuge sammelten sich an der Fähre. 

Einen kleinen Schreck bekamen wir aber als wir die Fähre verließen. Unser heutiges Ziel Åndalsnes und der Trollstigen waren durchgestrichen! War der Trollstigen immer noch gesperrt? Erst eine nette Norwegerin, die von einem Campingplatz auscheckte, erklärte mir, dass der Trollstigen ab heute eröffnet sei. Müssen wir da erst kommen?

Die Anfahrt von der südlichen Seite verläuft unspektakulär. Auf der Scheitelhöhe gibt es ein Besuchszentrum, dass wie immer Unnützes an die Frau bzw. Mann bringen möchte. Allerdings wird den Besuchern hundert Meter weiter, der imposante Ausblick auf die Abfahrt dargeboten. In 11 Haarnadelkurven windet sich die Straße wieder in die Niederungen des Tals von Åndalsnes. Hut ab vor denen, die dort einen Bus mit Passagieren heile herunterbringen. Mir hat schon unser Wohnmobil gereicht!

Proviant einkaufen in Åndalsnes und anschließend einen Campingplatz für die Nacht suchen, waren die nächsten Aufgaben. Da wir nach knapp 100 km noch kein Quartier beziehen wollten, mussten wir noch ungewollt weitere 100 km auf uns nehmen. Wir hatten zwei noch geschlossene Campingplätze und einen zu teueren mit ungenügendem Stellplatz für unser Wohnmobil angefahren. Jetzt stehen wir auf einem Platz mit Bäumen und Hütten, wie auf einen großen Almwiese mit Abendsonne. Der Campingwart ist nebenher Landwirt.

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