Norwegen

  • Rundreise durch Süd-Norwegen

    Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, den Süden von Norwegen zu erkunden. Die Planungen sind bereits soweit vorgeschritten, dass wir ein Wohnmobil mieten konnten und eine der zahlreichen Fährverbindungen in Richtung Norwegen gebucht haben.
    Wir haben uns entschieden, im äußersten Süden Norwegens in Kristiansand anzulanden und von dort aus in nordwestlicher Richtung das landschaftlich fantastische Norwegen zu „erobern“.
    Lasst euch überraschen, wie es weiter geht und über welche Highlights wir berichten können.

  • Tag 1

    Heute ging es endlich los!
    Nach den wochenlangen Vorbereitungen wurde gestern das Wohnmobil bis auf die Naturalien gepackt. Gestartet wurde Richtung A2 um 7:45 Uhr. Wir sind leider etwas später losgekommen als wir angedacht hatten, da die Verstauung der letzten Utensilien doch mehr Zeit in Anspruch genommen hat.
    Leider hielten uns Staus um Hannover und Hamburg ein wenig auf. Wer gedacht hatte, dass danach alles glatt laufen würde, sah sich getäuscht. Selbst in Dänemark hatten wir Abschnitte, gerade um die etwas größeren Städte wie Kolding oder Aarhus, die uns zeitlich getroffen haben.
    Wettertechnisch bot uns die Fahrt Abwechslung. Vom Sonnenschein ins Ostwestfalen bis hin zum stärkeren Regen nach Querung der Landesgrenze zu Dänemark. Erst ab Aalborg öffnete sich die Wolkendecke wieder und ließ freundliche Abschnitte durch.

    Am Abend erreichten wir dann wohlbehalten Brønderslev und unseren ersten Stellplatz auf der Tour.

  • Tag 2

    Nachdem ergiebigen Regen am späten Abend und in der Nacht weckte uns der Morgen mit viel Sonne und strahlend blauen Himmel.
    Neben dem Wetter passte sich auch die See mit glatten Wasser an. Perfekte Überfahrt ohne große Schaukelei! Die vielen Tüten an den Bordwänden waren umsonst!

    Die Fähre legte pünktlich in Kristiansand an. Nachdem Auschecken, dass sich eine knappe Stunde hinzog, suchten wir unseren ruhigen Campingplatz in den Schären bei Kristiansand!

  • Tag 3

    Heute ging es bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad an der südlichen Küste von Norwegen entlang.

    Die Fahrt von Kristiansand über Langenes, Talvang bis nach Mandal ist eine abwechslungsreiche Strecke gewesen. Sie bot uns bei einem ständigen Auf und Ab schöne Ausblicke auf die Schärenküste sowie auf landeinwärts gelegene Fjorde und Seen.

    Ab der Ortschaft Vigeland ging es auf der RV460 zu unserem heutigen Etappenziel, dem norwegischen Südkap.

    Der Leuchtturm Lindesnes Fyr stellt den südlichsten Punkt Norwegens dar. Wie ihr dem Wegweiser entnehmen könnt, ist die Distanz zwischen Süd- und Nordkap 2.518 km.Die wollen bestimmt nicht fahren!

    Vom Leuchtturm oberhalb einer der zahlreichen Schärenblöcke hat man einen herrlichen Ausblick auf das Meer.

  • Tag 4

    Der heutige Morgen zeigte uns einen bedeckten Himmel. Vielleicht nicht ganz so schlecht, denn wir hatten eine größere Etappe vor uns. Unterwegs mussten wir hin und wieder ein paar Tropfen von der Windschutzscheibe wischen.

    Gegen Mittag hellte sich die Wolkendecke auf und blaue Streifen kamen am Himmel zum Vorschein, genau passend zum ersten Fotostopp an der Terland Klopp, einer alten Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert.

    Von der Terland Klopp fuhren wir südwärts zur Riviera Norwegens. Hier gibt es ellenlange Sandstrände mit verlagerten Dünenketten zu bestaunen. Wir haben uns daraufhin, die restlichen 85 km bis Stavanger, dem angedachten Ziel der heutigen Etappe, geschenkt und genießen die Ruhe des Campingplatzes sowie das Rauschen des nahegelegenen Meeres.

  • Tag 5

    Der heutige Tag fing für uns relativ früh an. Um 5:30 Uhr wurden wir mit Blitz und Donner sowie starken Regen geweckt.
    Das Gewitter verzog sich recht zügig und der Regen hörte dann in den nächsten Stunden auf.
    Da wir heute nur die restlichen ca. 85 Kilometer bis Stavanger abfahren mussten, konnten wir uns ausgiebig Zeit können.
    Nach Frühstück und Einpacken ging dann weiter auf dem Nordsjøvegen, der Nordseestrasse.

    Leider wurde das Wetter auf der Fahrt schlechter, so dass wir die Küstenstraße mit den Dünenketten nicht so richtig genießen konnten.
    Selbst beim Einchecken auf dem Campingplatz Mosvangen in Stavanger blieb der Regen bestehen. Erst am späteren Nachmittag hatte Petrus ein Erbarmen mit den ganzen Campern.

    Da der Regen nun mehr aufgehört hatte, konnten wir noch eine kleine Runde um den Mosvatnet drehen. Der innerstädtische See grenzt unmittelbar an den Campingplatz.

  • Tag 6

    Heute haben wir nach einem Frühstück mit dem ersten norwegischen Brot Stavanger besichtigt.
    Vom Campingplatz aus ging es vom Autoverkehr gänzlich getrennt zum Vägen, dem inneren Hafen. Durch das Anlegen zweier großer Kreuzfahrtschiffe war das Hafengebiet sowie Gamle Stavanger leider überlaufen.

    Gamle Stavanger

    Auch auf der gegenüberliegenden Seite von dem alten Stavanger, die eigentlich als Shopping-Zentrum verschrieben ist, sind farbenprächtige Holzhäuser anzutreffen. Etwas Anderes als die bei uns vorhandenen Einkaufsstraßen!

    Da Rüdiger, wenn möglich, selten den selben Weg zurückgeht, ging es durch ruhige Straßen mit vornehmen Häusern und Grünzügen zurück zum Campingplatz.

  • Tag 7

    Da ich mein Netzteil für meinen Laptop zu Hause liegen gelassen habe, warten wir nun in Stavanger auf dem Campingplatz geduldig auf die Ankunft des Pakets. Bastian war so nett und hatte es am Samstag per Express auf den Weg gebracht. Allerdings ließ der Regen am heutigen Morgen nicht zu, unsere Strecke fortzusetzen. Erst gegen Mittag hörte der Regen auf und wir konnten noch eine Runde um den Mosvatnet drehen.

  • Tag 8

    Von meinem Paket mit dem Laptop-Netzteil gab es immer noch nichts Neues.

    Also entschieden wir uns für einen allerletzten Tag in Stavanger.

    Obwohl es in der Nacht geregnet hatte, war der Himmel nach dem Frühstück freundlich gestimmt. Wir gingen wieder durch andere ruhige Straßen zum Hafen herunter und stöberten intensiv durch die kleinen Einkaufsgassen. Heute „spuckte“ die Sky Princess ihre Passagiere in Stavanger aus.

    Gegen Mittag nahm der freundlich begonnene Tag einen komplett anderen Verlauf. Wir konnten uns so gerade zwischen mehreren Schauer ins Wohnmobil retten bevor ein Starkregen einsetzte.

  • Tag 9

    Heute brachen wir ins Fjordland Norwegens auf! Von Stavanger fuhren wir über eine Nebenstrecke zur Fähre in Lauvvik. Von Lauvvik ging es dann in ca. 10 Minuten über einen Seitenarm des Lysefjords nach Oanes. Von dort konnten wir die ersten wunderschönen Eindrücke eines Fjords genießen.

    Weiter ging unsere Fahrt auf der RV 13, dem Ryfylkevegen“ zum Parkplatz Preikestolen. Obwohl sich die Sonne hinter Nebelwolken versteckt hatte, machten wir uns auf den Weg. Von den Reiseführern wussten wir, dass der Preikestolen touristisch sehr angenommen wird. Empfohlen wird in den einschlägigen Unterlagen den Preikestolen entweder früh morgens oder spät abends zu begehen, damit man ein wenig Ruhe auf dem Weg hat.

    So kam es wie wir es befürchtet hatten: der obere Parkplatz war ausgefüllt. Wir wurden auf den unteren Parkplatz gelotst und starteten dann mit anderen Hunderten in Richtung der Steinplatte über dem Lysefjord.

    Oben dann angekommen, glich das Ganze einem kleinen Volksfest. In Deutschland hätte da bestimmt eine Bier- und Pommesbude gestanden. In Norwegen aber nimmt man entsprechende Parkgebühren und lässt die Natur in Ruhe. Keine Toilette und kein Abfalleimer säumten den Weg Wie mag es wohl in den Hauptreisezeiten aussehen?

    Auf jeden Fall, die Natur ist ausgezeichnet und der Blick auf den Fjord hervorragend. Auch das Wetter spielte mit kompletten Sonnenschein mit.

    Quartier haben nach der anstrengenden Tour in Hjelmeland am Jøsenfjord gemacht und genießen draußen die Abendsonne mit Blick aufs Wasser.

  • Tag 10

    Heute Morgen machten wir uns auf den Weg Richtung Odda. Nach der Überquerung des Jøsenfjords mit einer Elektrofähre ging es auf der R 13 weiter.

    Wie im Fjordland Norwegens nicht anders zu erwarten war, fuhren wir durch zahlreiche Tunnel und über mehrere Brücken, immer wieder mit imposanten Aus- und Einblicken in die Landschaft.

    Mit der Weiterfahrt auf der RV 520 veränderten sich nicht nur die Straßenverhältnisse (schmale, enge Straßen) sondern auch die Höhenmeter.

    Je höher wird hinauf kamen desto mehr Restschnee konnten wir bestaunen. Selbst auf dem Stausee Svartavatnet in 869 m Höhe trieben noch Eisschollen herum. 

    Bei dem vielen Restschnee in der Höhe schnallt sich der sportive Norweger dann auch im Juni die Skibretter unter. 

    Nach dem Besuch der Stabkirche in Røldal  setzten wir unsere Fahrt nach Odda fort.

    Kurz vor Odda kamen nach dem Svandalfossen vor Sauda noch mit dem Låtefossen ein weiteres Highlight des Tages.

    Låtefossen

    Die heutige Nacht werden wir auf einem Campingplatz mit Blick auf den Sørfjord verbringen.

  • Tag 11

    Bei blauen Himmel startete wir unsere Tour mit dem Ziel Bergen.
    Zunächst hatten wir den Kampf auszufechten, dass wir das Nutzungsentgelt für den Campingplatz los wurden. Wie bei der Anreise war am Morgen keiner in der Resepsion. PayPal-Adresse nicht abrufbar, Online-Pay galt nur für Nord-Skandinavier. 20 Minuten vergingen nach unserem ersten Anruf, der auf einen AB landete, bis sich jemand meldete. Weitere 10 Minuten später wurde uns das Geld abgenommen und wir konnten endlich unsere Fahrt am Ufer des Sørfjords (Seitenarm des Hardangerfjords) fortsetzen.

    Wir umkreisten die Halbinsel, die der Sør- und Hardangerfjord bilden, in Richtung Jondal, dem nächsten Fährhafen. An beiden Seiten der Fjorde wird Obstanbau betrieben. So fuhren wir durch Obstplantagen, eine Hinterlassenschaft von früheren Mönchen, von Äpfel und Kirschen.

    Obstbäume am Hardangerfjord

    Eine Elektrofähre schiffte uns geräuschlos auf die andere Seite des Fjords, wo wir uns in eine WoMo-Karavane einreihten. Diese löste sich dann am Steindalsfossen auf.

    Da Fossens (Wasserfälle) in Norwegen keine Seltenheit sind und sich metertief herabstürzen, definiert man gern die Besonderheiten. Beim Steindalsfossen spaziert man im Gegensatz zu anderen, z.B. dem Vøringsfossen , unter dem Wasserfall durch. Was sicherlich Auswirkungen haben würde, wenn der Wind aus der falschen Richtung wehen würde. Ein bewundernswertes Spektakel ist das allemal.

    Steindalsfossen

    Die anschließende Fahrt auf der R 49 führte uns im stetigen Wechsel von auf und ab, Fjordeinschnitten, Seen und Flüssen nach Bergen. Hier bezogen wir einen stadtnahen Campingplatz.

  • Tag 12

    Bei wechselhaften Wetter erkundeten wir heute Bergen, mit 260.000 Einwohnern nach Oslo die zweitgrößte Stadt Norwegens.

    Nach einem 10-minütigen Fußweg zur Haltestelle der Straßenbahn ging es in ca. 20 Minuten mit der Tram in die Innenstadt Bergens.

    Mariakirken

    Eine kurze Info in der Tourist-Information brachte uns zu dem Entschluss, die Erkundungen mit einem Hop On – Hop Off-Bus zu beginnen.
    Nach der ca. einstündigen Busfahrt, die uns an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei fahren ließ, stiegen wir in der Nähe der Mariakirche aus. Bryggen und der Torget waren unsere nächsten Ziele.

    Bryggen

    Zuletzt statteten wir dem „alten“ Bergen, bestehend aus Holzhäusern, einen Besuch ab, bevor wir dann in der Nähe des Terminals für die Hurtigrouten den Bus wieder bestiegen.

  • Tag 13

    Schon in den nächtlichen Stunden deutete sich der Verlauf des heutigen Tages an. Es schauerte teilweise sehr heftig. Ähnlich verlief die Wetterlage auch in den Tagesstunden. 

    Keine große Freude tat sich deshalb bei uns bei der Etappe von Bergen nach Aurland auf. Für Aktivitäten an der frischen Luft fehlte uns der Sinn, da es nicht nur nass sondern auch noch kalt (12-13 Grad) war. 
    So blieb es nur bei der Besichtigung von dem Tvindefossen und Flåm. 

    Sprühregen von oben und seitlich vom Tvindefossen waren die Merkmale unseres  kurzen Besuchs an diesem Wasserfall. Im Gegensatz zu bereits bekannten Wasserfällen lässt dieser das Wasser über Kaskaden zu Tal stürzen.

    Bryggen

    Da die Britannia durch den Aurlandsfjord bis Flåm vorfahren konnte, war entsprechend die angelsächsische Sprache tonangebend. Auch die Flåmbahn, die zwischen Flåm und Myrdal pendelt, hatte entsprechende Resonanz.

  • Tag 14

    Aufgrund der Wetterlage sahen wir uns heute gezwungen, die geplante Route ein wenig abzuändern. Wegen des wieder einsetzenden Regens war eine Gletscherzungen-Besichtigung am Jostedalbreen nicht möglich, so dass wir diesen Tag als einen längeren Fahrtag deklariert haben.

    Dennoch mussten wir heute, zumal wir in Aurland genächtigt hatten, die Aussichtsplattform Stegastein mitnehmen. 9 Kilometer auf einer kurvenreichen, teils steilen und engen Straße waren sowohl auf Hin- und Rückfahrt zu absolvieren. Danach begann das Spiel um einen Parkplatz, denn wie immer, auch in der sog. Vorsaison, ist an solchen Orten viel zu viel los. Die tolle Aussicht auf den Aurlandsfjord wurde leider nur durch die tiefen Wolken und den stärker werdenden Regen getrübt.

    Sicherlich wird der eine oder andere gehört oder gelesen haben, dass die Norweger aufgrund der Topologie des Landes einige Tunnel gebaut haben, um optimale Verbindungen zu schaffen. Da wir heute aber auf unserer Strecke von Aurland, Borgund bis kurz nach Skei von insgesamt 215 km ca. über 80 km durch Tunnel gefahren sind, zeigt welche gewaltige Leistung hier gemacht worden ist. Der Lærdalstunnel, den wir heute gefahren sind, gilt mit einer Länge von 24,5 km als längster Straßentunnel der Welt.

    Bei strömenden Regen erreichten wir die Stabkirche von Borgund. Wenn man bedenkt, dass die Kirche vor ca. 840 Jahren nur aus Holz errichtet worden ist und noch heute stabil dasteht, ist das schon ein Wunder. Damit das so bleibt, sollte man die Finger vom Holz lassen und nicht „begrabsen“.

    Stabkirche Borgund

    Von Borgund ging es dann weiter Richtung Norden. Bevor wir Sogndal durchfuhren, hieß es noch einmal die Fähre von Fodnes nach Manheller zu nehmen. Wieder eine Elektrofähre!

    Das Wetter besserte sich ab Sogndal, der Regen ließ nach und die Sonne schaute immer wieder durch die Wolkenlücken mit hin und wieder ein paar Tropfen. 

    Leider zogen sich die Wolken in den Jostedalsbreen Nationalpark zurück, so dass wir bis auf den Boyabreen keinen Gletscher zu Gesicht bekamen.

    Boyabreen

    Unsere längste Etappe bis auf die Anreise fand in dem Dörfchen Reed am See Breimvatnet ein verdientes Ende!

  • Tag 15

    Wir haben uns am letzten Abend dafür entschieden, Ålesund aus zeitlichen Gründen keinen Besuch abzustatten. Deshalb war als unser heutiges Ziel Geiranger auserkoren. Leider hat Rüdiger bei der Auswahl des Zieles den falschen Eintrag (Geirangerfjord und nicht Geiranger) gedrückt. Das bescherte uns eine Elektrofährfahrt von Anda nach Lote und einen Umweg.

    Das Wetter zeigte sich anfangs launisch wie im April. Spätestens ab dem Seen Hornindalsvatnet sowie dem Innvikfjord, einem Seitenarm des Nordfjords, besserte sich das Wetter. Die Schauertätigkeit nahm deutlich ab und die Sonne kam öfter zum Vorschein.Das Wetter zeigte sich anfangs launisch wie im April. 

    Ab der Stadt Stryn, einem Sommer- und Winterskiort, änderte sich die Landschaft. Den See Strynvatnet links der Fahrbahn und die Berge des Jostedalsbreen rechts sowie des Breheimen Nationalpark vor der Nase bildeten eine grossartige Kulisse. Ab dem Weiler Erdal ging es dann in die Höhe abwechselnd durch Serpentinen oder Tunneldurchfahrten mit unterschiedlichen Längen.

    Freie Sicht auf die jetzt noch schneebedeckten Gipfel erhielten wir ab 1.038 m Höhe. Hier bogen wir links ab auf die Geiranger-Trollstigen-Straße. Jede Menge Schnee sowie ein noch zugefrorener See begleitete uns die ersten Kilometer bevor es in kilometerlangen Serpentinen mit bis zu 10% Gefälle nach Geiranger ging. 

    Auf dem Campingplatz am Geirangerfjord werden wir die Nacht verbringen und hoffen, dass uns der rauschende Wasserfall schön in den Schlaf wiegt.

    Morgen früh heißt es früh aufstehen: um 8.00 Uhr legt ein Kreuzschiff an…

  • Tag 16

    Heute stand die Tour von Geiranger über den Trollstigen nach Åndalsnes auf dem Programm. Damit fuhren wir heute nach zweieinhalb Wochen zum letzten Mal in nördliche Richtung. Ebenso fand die letzte Fjordüberquerung von Eisdal nach Linge statt.
    Wie bereits gestern erwähnt, klingelte der Wecker heute Morgen um 7 Uhr, da die Ankunft der Norwegian Prima gegen 8 Uhr im Netz angekündigt wurde, deren Einlaufen ich festhalten wollte. Beim Herunterlassen des Sichtschutzes der Frontscheibe musste ich leider feststellen, dass sich der Kutter leise in den Fjord geschlichen hatte und kurz vor dem Festmachen war.

    Das frühe Aufstehen hatte aber auch den Vorteil, dass wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zum Ørnesvingen, dem Aussichtspunkt oberhalb von Geiranger, machen konnten. Von hier hat man nicht nur eine fantastische Sicht auf den hinteren Zeil des Geirangers sondern auch einen entfernten Blick auf die sieben Schwestern.
    Da schon 2 Busse ihre Passagiere zum Ausblick gebracht hatten, herrschte der entsprechende Andrang am Aussichtspunkt. 

    Dafür war es anschließend auf der Weiterfahrt nach Eisdal entspannter. Nur wenige Fahrzeuge sammelten sich an der Fähre. 

    Einen kleinen Schreck bekamen wir aber als wir die Fähre verließen. Unser heutiges Ziel Åndalsnes und der Trollstigen waren durchgestrichen! War der Trollstigen immer noch gesperrt? Erst eine nette Norwegerin, die von einem Campingplatz auscheckte, erklärte mir, dass der Trollstigen ab heute eröffnet sei. Müssen wir da erst kommen?

    Die Anfahrt von der südlichen Seite verläuft unspektakulär. Auf der Scheitelhöhe gibt es ein Besuchszentrum, dass wie immer Unnützes an die Frau bzw. Mann bringen möchte. Allerdings wird den Besuchern hundert Meter weiter, der imposante Ausblick auf die Abfahrt dargeboten. In 11 Haarnadelkurven windet sich die Straße wieder in die Niederungen des Tals von Åndalsnes. Hut ab vor denen, die dort einen Bus mit Passagieren heile herunterbringen. Mir hat schon unser Wohnmobil gereicht!

    Proviant einkaufen in Åndalsnes und anschließend einen Campingplatz für die Nacht suchen, waren die nächsten Aufgaben. Da wir nach knapp 100 km noch kein Quartier beziehen wollten, mussten wir noch ungewollt weitere 100 km auf uns nehmen. Wir hatten zwei noch geschlossene Campingplätze und einen zu teueren mit ungenügendem Stellplatz für unser Wohnmobil angefahren. Jetzt stehen wir auf einem Platz mit Bäumen und Hütten, wie auf einen großen Almwiese mit Abendsonne. Der Campingwart ist nebenher Landwirt.

  • Tag 17

    Gestern Abend hatten wir uns darauf geeinigt, dass wir a) heute nicht so viele Kilometer und b) dass wir eine Wanderung machen wollten. Dazu bot sich der Nationalpark Jotunheimen an.
    Das Wetter spielte beim Frühstücken und bei der Abfahrt auch prächtig mit, so dass wir uns frohes Mutes auf den Weg begaben. Aber als uns in Randen am Vågåvatnet ein heftiger Guss erreichte, ahnte uns Übles. Der Guss entwickelte sich zum Dauerregen, mal weniger mal heftiger. Alle Höhenzüge verschwanden in den Wolken, so dass wir überlegen mussten, wie der Tag weitergehen soll.

    Natürlich hätten wir gegen 12 Uhr an dem Campingplatz, wo wir uns entscheiden mussten, unsere Zelte aufschlagen und auf den morgigen Tag warten können, in der Hoffnung dann die Tour fortzusetzen zu können.
    Allerdings waren die Aussichten in dem Gebiet auch für die nächsten Tage nicht rosig.
    Deshalb haben wir uns für eine Weiterfahrt entschieden, nicht wissend, wo wir letztendlich landen würden.
    Das wir dann am Nachmittag in Lillehammer landen werden, war nicht geplant.

    Nach den Einchecken auf dem stadtnahen Campingplatz hatten wir sogar noch unerwartete Glück, dass es für eine gute Stunde nicht regnete. Wir nutzten die Gelegentlich für einen Stadtrundgang bis uns der nächste Starkregen zurück schickte.
    Die Olympiastadt von 1994 und 2016 besitzt zwar „nur“ eine Einkaufsstraße, die aber überwiegend aus typischen norwegischen Holzhäusern besteht.
    Was einen gewissen Charme ausstrahlt.

  • Tag 18

    Es gibt nichts Schöneres, wenn du im Urlaub früh durch den Regen, der auf das Wohnmobildach prasselt, geweckt wirst und du dich noch einmal auf die Seite legen kannst. Schließlich weißt du ja, dass dir nichts wegläuft.
    So ist es uns heute Morgen gegangen. Der Regen trieb uns nach dem Frühstück regelrecht aus Lillehammer heraus. Kurze Stippvisite an den Olympiaschanzen und dann den Versuch unternommen, sich von dem Regengebiet zu trennen.

    Das gelang uns aber erst zur Mittagszeit in Elverum. Auf dem Weg nach Kongsvinger, einer am längsten Fluss Norwegens Glomma gelegene Stadt, wechselte das Wetter zwischen Sonnenschein, Regenschauern mit und ohne Hagel. Glück hatten wir bei der Besichtigung der Festungsanlage, das Wetter hielt.

    Weil heut Sonntag war, Einkehr zu Kaffee und einer RIesenzimtschnecke. Dann suchten wir einen schönen Campingplatz am See.

  • Tag 19

    Heute ging es entlang der norwegisch-schwedischen Grenze weiter Richtung Süden. Begleitet wurden wir dabei ab Skulerud von dem Halden-Kanal, der unter anderem durch drei Seen fließt. Er diente seit 1877 der Flößerei von Holz aus den Wäldern nach Schweden. Heute wird er mit entsprechenden Schiffe als touristische Attraktion genutzt, die auf der gesamten Länge des Kanals drei Schleusen mit bis zu 4 Schleusenstufen zu bewältigen haben. 

    Die Landschaft, die wir heute durchfahren haben, ähnelt der typischen schwedischen Gegend, die wir schon kennenlernen durften.
    Den letzten norwegischen Campingplatz steuerten wir in Halden an. Dieser liegt ruhig oberhalb der Stadt an der alten Festungsanlage.

    Ach bevor ich es vergesse: das Wetter war heute nicht zu vergleichen mit den vergangenen Tagen. Begonnen mit Sonne beim Aufstehen, Frühstück und Abfahrt mit Nieselregen, danach wolkenbruchartiger Regen und ab 11:12 Uhr zeigte sich die Sonne. Diese versteckte sich anfangs ab und zu noch hinter ein paar Wolken, schien aber ab dem Nachmittag ununterbrochen. Das hatten wir lange nicht mehr.

  • Tag 20

    Gestern war nicht unser Tag! Darum erscheint unser Blog erst jetzt.
    Aber der Reihe nach.

    Die Fahrt sollte zunächst über die schwedische Grenze nach Fjällbacka an der Schärenküste gehen.

    Da uns das Navi auf die E6 lotste, was wir nicht wollten, wir wollten schließlich die Landschaft genießen, verließen wir die Autobahn. Einmal beim Verlassen der Autobahn in die falsche Richtung und schon erkundet man einen kleinen Ort. Wieder zurück und weiter in Richtung Süden zeigt das Navi eine andere Richtung an und schon landet man nach gefühlten 10 Kilometern in einem Naturreservat mit Sackgasse. Die Landschaft dort war fantastisch.

    Also wieder zurück und die Fahrt nach Fjällbacka aufgenommen. Wir hatten das Schild mit dem Ortsnamen schon vor Augen, als uns ein zu schneller Norweger den linken Außenspiegel abfuhr.
    2 Stunden damit verbracht, die Reste der Außenspiegel von der Fahrbahn einzusammeln, diskutiert, wer kommt für den Schaden auf und mit Werkstätten in Schweden telefoniert. 

    Von Fjällbacka haben wir dann auch nichts gesehen, da uns nicht mehr der Sinn danach war.

    Der defekte Außenspiegel wurde dank der Hausfrau an Bord mit einer Plastik-Mülltüte provisorisch befestigt. Kurz vor Lysekil kam ein Reifenhandel mit Werkstatt. Hilfsbereit stellte uns dieser starkes Klebeband zur Verfügung. Mit diesem Band klebten wir den Spiegel wieder zusammen.

    An Lysekil vorbei stellte sich die Frage nach dem Übernachten. Die beiden Plätze am Ortsrand erweckten keine überzeugenden Eindruck. Also weiter auf der Straße und eine kostenlose schwedische Fährverbindung in Anspruch nehmen. Der nächste Campingplatz lag ruhig an einer Schärenbucht. Allerdings fanden wir dort nicht den uns telefonisch zugewiesenen Stellplatz, das war einfach unübersichtlich. Noch einmal 15 Kilometer weiter und dann hatten wir einen ruhigen Platz an einer Marina auf der Schäreninsel Orust gefunden. Stühle ausgepackt, den Grill angeheizt und die Abendsonne genossen. Es gibt Überraschungen im Urlaub, die braucht man nicht…

  • Tag 21

    Weiter ging heute unsere Fahrt bei anfangs schönen Sonnenschein entlang der schwedischen Schärenküste. Leider hielt das Wetter nicht, was es anfänglich versprochen hat. Um die Region von Göteborg fing es wieder an, heftig zu regnen. Da die Straßen nach Göteborg weiter vom Kattegat entfernt verlaufen und der Regen sowie die Temperatur um 13 Grad kein Aussteigen zuließen, fuhren wir bis nach Falkenberg durch.

    Dort stehen wir auf einem Stellplatz an einem kleinen Sporthafen und warten auf den nächsten Tag.

  • Tag 22

    Da das Wetter in den südlichen schwedischen Gefilden in den nächsten Tagen eher weiter auf April anstatt auf Spätfrühling aus war, entschieden wir uns für die Rückfahrt nach Deutschland. 

    Also machten wir uns heute Morgen auf den Weg nach Helsingborg, um die Fähre nach Helsingør, Dänemark zu nehmen.

    Nach einer kurzen Überfahrt von 20 Minuten stand eine Weiterfahrt von 200 Kilometer in Richtung Rødbyhavn an. Das oberste Deck des Fährschiffes erlaubte den Blick auf die Baustelle des neuen Belt-Tunnels. In einer Dreiviertelstunde wurde dann der Fehmarn-Belt in gewohnter Weise per Schiff überquert.

    In Zentrumsnöhe von Burg auf Fehmarn fanden wir einen Stellplatz, den wir anschließend für einen Bummel nutzten.

    Da wir jetzt wieder in deutschen Landen sind, endet mit diesem Blog unsere Reihe. Wir werden, sofern es das Wetter ermöglicht, an der Ostseeküste entlang Richtung Heimat fahren.

    Wir lassen von uns hören, wenn wir den Zielhafen erreicht haben. Bis zum Wiederhören-/sehen!

Nach oben scrollen