Côte de Granit Rose

Tag 1

Den heutigen Morgen gingen wir gemütlicher als den gestrigen Tag an. Das lag unter anderem daran, dass die Ausgabe der Baguettes an der Snack-Bar des Campingplatzes erst um 9 Uhr stattfand. Das kam uns gut zu passen. So hatten wir ausgiebig Zeit auszuschlafen und für die morgendliche Toilette.
Nach dem Frühstück brachen dann auf, um an der Küste der Granit Rose entlang zu radeln. Unser Ziel war der kleine Küstenort Ploumanac’h an der bretonischen Nordküste.
Jachthafen Perros-Guirec

Wenn man sich in der Gegend nicht auskennt, wird es schwierig werden, die vorschlagenen Routen entweder auf Komoot oder Google Maps zu bewerten. Sowie bei der letzten großen Regentour Richtung Cancale ist es uns heute auch gegangen. Durch die Unkenntnis der Gegend waren wir zu allen Ärger immer wieder auf den Hauptstraßen gelandet und mussten uns teilweise mit dem Verkehr auseinander setzen.

So kurvten wir in einem ständigen Auf und Ab durch den langgestreckten Ort Perros-Guirec um dann auf der D788 zu landen. Diese Nationalstraße führt uns dann zum Aussichtspunkt (Point de vue) Turquet de Beauregard. Hier genossen wir zunächst einmal den wunderbaren Blick auf Meer und die roten Granitblöcke.

Anschließend nahmen wir die letzten Meter bis zum Parkplatz, stellten die Fahrräder ab und bekamen auf den Sentier des douaniers, den Zöllnerpfad. Der Zöllnerpfad umrundet die ganze betronische Halbinsel.
Auf der Teilstrecke des Pfades konnten wir die eindrucksvolle Landschaft der Granit Rose mit den vielen unterschiedlichen Gesteinsblöcke bestaunen. Zu unserem Glück versuchte sich die Sonne immer wieder ein Weg durch die Wolken zu bahnen.

Der Spaziergang durch die Felsen fand bei teilweise sonnigen Wetter, so dass wir uns unseren warmen Fahrradbekleidung ein wenig entledigen konnten. Zurück zu den Fahrräder ging es weiter Richtung Ploumanac’h und dem Port Ploumanac’h von wo aus wir uns Rückfahrt Richtung Campingplatz antraten.
Diesmal hatten die Mädels eine beruhigte Route gefunden, die abseits der belebten Strecken führen sollte. Das war auch so, allerdings führte diese durch zwei kleine Wäldchen deren Fahrweg streckenweise sehr morastig waren. Zu allen Ärger setzte dann noch feiner Sprühregen ein, der uns den Drang versprühen ließ, schnell wieder zum Campingplatz zurück zu kehren.

Tag 2

Der heutige Morgen begrüßte uns mit einem bedeckten Himmel. In der Nacht schien es geregnet zu haben. Davon hatten wir alle dank unseren guten Schlafes aber überhaupt nichts mitbekommen.

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen ein und verabschiedeten mit dem Ziel der Ile Grande. Auch wenn im Französischen das Wort „Ile“ für Insel steht, die Ile Grande ist es nicht. Sie ist mit einem Damm an das Festland gebunden.
Schon bei der Anfahrt zur Ile sahen wir wieder einmal wie weit sich das Meer zurückgezogen hat. In einigen Abstand sahen wir sogar einen Muschelsucher, der sich das Mittag- oder Abendessen zusammen suchte.

Zunächst einmal war es nicht leicht, für unsere Wohnmobile einen geeigneten Parkplatz zu finden. Letztlich fanden wir einen Parkplatz neben einem Dünen-Campingplatz an dem wir die Fahrzeuge abstellten.

Auch wenn ein Reiseführer eine Umrundung der Ile (ca. 8 km) anpries, haben wir uns für eine kleine Tour rund um unseren Parkplatz entschieden. Da noch ca. 4 Stunden war bis das auflaufende Wasser wiederkam, konnten wir nach den Gang durch die Dünen auch den Gang über Watt wagen. An vielen Steinen klebten die Muschel daran. Wäre das eine Delikatesse für unsere französichen Nachbarn gewesen, wären hier sicherlich viele Sammler gewesen.

Am Hafen des Örtchen wurden dann nicht Muschelreste der Jakobsmuschel entdeckt, die naturgemäß die Sammlerleidenschaft der Damen hervorrief.

Da es in der Bretagne eine Vielzahl von Menhiren gibt, bleibt nicht aus, dass an solchen Kolossen nict vorbeifahren. Heute hatten wir dann zum ersten Mal die Begegnung mit solchem einem Stein, dem Menhir von St-Uzec. Dieser stand ganz versteckt an einer kleinen Seitenstraße, die für Wohnmobilisten eher ungeeignet ist.

Die Gravuren soll ein Steinmetz im Auftrag des Bischofs in den Menhir geschlagen habe. Dort sollen u.a. die Gottesmutter sowie Werkzeuge, die bei der Kreuzigung Jesus eine Rolle gespielt haben, zu sehen sein.

Bevor wir unseren Campingplatz in Locquirec anfuhren, nahmen wir noch das alte Hafenstädtchen Lannion mit. Lannion liegt am Fluß Léguer, der hier, kurz vor der Mündung ins Meer, in das Spiel der Gezeiten einbezogen wird. Lannion ist für Touristen eine angenehme Stadt mit intakten historischen Häusern.

Kurz bevor wir unseren Campingplatz erreichten, verließen wir das Departement Côtes-d’Armor und fuhren in das Departement Finistre. Mit dem Übertritt in das Departement ändert sich auch mal wieder die Küstenbezeichnung. Jetzt sind wir an der Côte des Bruyères, der Heidekrautküste.

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