Ausflug nach Quimper

Aus Fehlern soll man ja bekannterweise lernen, sagt das alte Sprichwort.

Wir haben uns das nach unserer verregneten Fahrradtour nach Cancale zu Herzen genommen und sind bei der Visite der Bigouden- und Finistère-Hauptstadt Quimber gleich auf den Bus umgestiegen. Gut, für eine Fahrradtour kam Quimber aufgrund der ca. 33 Kilometer pro Strecke eh nicht in Frage.
Schlau gemacht hatte sich Marlies an der Camping-Rezeption, ob und wann ein Bus Richtung Quimber fährt. Da Marlies immer wieder betonte, Urlaub ist wie Abenteuer, ließen wir uns auf dieses ein.

Nach intensiven Studium des französischen Fahrplanes und des Auskundschaften der Haltestelle machen wir uns heute rechtzeitig zu Fuß auf den Weg. Wir waren mehr als 15 Minuten vor der Abfahrtszeit an der besagten Haltestelle und warteten nun geduldig auf die Ankunft der Linie 956 nach Quimper.
9:30 Uhr war als planmäßige Abfahrtszeit angegeben, die natürlich genauso verstrich wie die von uns gesetzte Quarenzzeit von einer Viertelstunde. Wir hatten uns schon über Alternativen für den Tag unterhalten als der Bus der Linie 956 nach Quimper auf der Gegenbahn ankam. Schnell herüber auf die anderen Straßenseite, worauf uns der Fahrer signalisierte, dass er noch drehen muss und auf unserer Seite dann hält.
Mit ca. 20 minütlicher Verspätung ging es dann auf Richtung Quimper. Ich glaube, dass das die letzte Fahrt des Fahrers war, denn nach Ankunft in Quimper verschwand er mit Bus vom Busbahnhof. Jedenfalls hatte er das Glück, dass keine weiteren Mitreisenden, außer in Pont l’Abbé mehr aufgenommen werden mussten. Er jedenfalls absolvierte die Strecke, die laut Fahrplan 50 Minuten dauern sollte, in 35 Minuten.
Ich nehme, wenn es auch nicht in der Chronologie passt, die Rückfahrt einmal vorne weg. Diese dauerte dann nicht 35 sondern 65 Minuten. Da lag zum Einem daran, dass die Busfahrerin fast überall für Ein- und Ausstiege halten musste. Zum Anderen war die Busfahrerin eine Einsteigerin, die von Madame La Directrice, ich nenne die Begleiterin einmal so, über die Streckenführung und die Kurventechnik angewiesen wurde.

Allerdings zollten wir beiden Fahrern unsere Hochachtung für die Ausübung ihres Jobs. Es ist kein Leichtes einen Bus gefahrlos durch die vielen Kreisverkehre und engen Gassen, besonders in Pont l’Abbé zu manövrieren.
Was gute Sitten sind, zeigte sich beim Ausstieg der Fahrgäste: Jeder verabschiedete sich mit „Au revoir“ und „Merci“, in Deutschland undenkbar!

Nun aber ein paar Sätze vor meinem Frühstück zu dem Ausflug nach Quimber.


Quimber (bretonisch: Kemper = Zusammenfluß), liegt am Zusammenfluß von Jet, Steir in den Fluß Odet und ist auch die Hauptstadt der historischen Landschaft Cornouaille, die sich in den Süden der Bretagne erstreckt. Die Stadt hat mit ihren ca. 65.000 Einwohner ein pulsierendes Leben, wie wir an diesem Samstag feststellen konnten. Neben der Markthalle, die neu erbaut wurde und keinen besonderen Charme besitzt, gab es Martktreiben auch außerhalb des historischen Stadtkern.
Dieser Kern, die malerische Altstadt, unterhalb der Kathedrale St. Corentin besteht aus vielen historischen Gebäuden, die teilweise aus dem Mittelalter stammen und denen man das Alter regelrecht ansah.



Über allem thronen aber die beiden Spietztürme der Kathedrale St. Conrentin. Der Bau der Kathedrale im Stil der bretonischen Gotik wurde 1240 begonnen, aber erst 1856 vollendet.

Die Kathedrale ist nicht nur von außen imposant angesehen, sondern auch das Innere des Kirchenschiffes lässt erahnen, was für eine Baukunst dort angewendet wurde.



Unsere Kaffeerunde wurde dann mit einer bretosnischen Spezilität versüsst, dem Kouign Amann. Den Kuchen haben wir auf dem Markt erstanden und probiert. Er besteht aus Botteig, Kuchen (Kouign) sowie gesalzene Butter (Amann) und wird in mehreren SChichten übereinander geschlagen.
Der Händler verriet uns, den Kuchen zwei Minuten im Ofen oder augenzwinkernd auf der Motorhaube zu erwärmen. Das haben wir natürlich beim Schmaus vergessen und da schmeckte er nicht mehr so gut wie auf dem Markt.


Bon Apetit!




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